“s/w remix” gastiert am 11.10.09 um 20.00 Uhr in Bonn
Schwarz/Weiß – klar: alltägliche Farben, die laut Wissenschaft
eigentlich gar keine sind. Schwarz/Weiß: ein dunkles Gefühl? Unglück?
Magisch und machtvoll? Unschuldig und rein? Leere? Weiße, Weißglut,
Weißwurstäquator, Weißbier? Schwarzafrika, Schwarzarbeit, Schwarze
Magie, Schwarzes Schaf? Schwarz/Weiß: umrissartige Bilder, sortiert,
kontrastiert nach Schema F: auch Menschen. Aber was ist dazwischen,
darin, dahinter? Bin ich black, wenn meine Mutter eine Schwarze aus
Surinam ist, meine Haut hell und die Haare rötlich sind? Habe ich
deshalb den Rhythmus im Blut? Wer bitte hat den Soul? Und was passiert,
wenn ein Beatboxer und ein Jazz-Saxophonist auf eine klassische
Flötistin treffen?
Acht junge Menschen mit doppelt so vielen
Herkunftskulturen aus vier Kontinenten im Gepäck hatten keine Lust mehr
auf schwarz-weißes Schubladendenken und entschlossen sich zu remixen:
neu zu mischen, frech Querverbindungen zu schaffen, frei zu kombinieren
und zu provozieren, ganz grenzenlos. Herausgekommen ist „s/w remix“
(Regie: Barbara Kemmler, Dramaturgie: Kabasia Chuwa), dessen Zutaten so
vielfältig sind wie die Besetzung: eine Internet-Blinddate-Lovestory,
philosophische Gespräche über Musik, Zugehörigkeit, Fremdsein und
rappende Gartenzwerge, mit Klängen von Jazz bis Rap, mit Tanz von
HipHop bis Postmodern.
Ein halbes Jahrhundert nachdem man es in
Deutschland für das Beste befand, Afrodeutsche nach Afrika, die Heimat
ihrer Väter zu schicken (des Klimas wegen!), legt „s/w remix“ das Ohr
nah an den Puls der Gegenwart; spürt nach, was Schwarzsein und
Deutschsein heute sein können; spielt selbstbewusst mit Perspektiven,
Blickverhältnissen; und stößt dabei auch auf schmerzhafte
Geschichtssplitter wie die krasse Erfahrung, dass Deutsch UND Schwarz
in manchen Köpfen immer noch nicht zusammengedacht werden können…
Ein flirrend-leichtes und ernsthaftes Stück, das ganz nebenbei auch die Klischees zum Tanzen bringt.
Es
spielen: Jose Bode, Joao Driessen, Stella Haastrup,
Emmanuel Edoror, Julio Eyimi Mangue, Ari Nadkarnik,
Afra Touray, Franklyn P. Ufford
Regie: Barbara Kemmler
Dramaturgie: Kabasia Chuwa
Bühne & Kostüme: Tina Toeberg
Licht: Volker Sippel
In Koproduktion mit: Theater im Pumpenhaus, Jugendtheater-Werkstatt e.V., Jib
Gefördert von: Kulturamt der Stadt Münster, Dezernat für Integrationsangelegenheiten der Stadt Münster, Bäckerei Cibaria
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Weitere Gastspiele sind bereits in Hildesheim und Schwerte geplant!