i&i Internationales Jugendtheaterfestival

iundi

Irriation & Inspiration - Jugendtheateraustausch

2004: 10 - 24.10.
Vom 10. – 24. Oktober 2004 hatte Cactus Junges Theater entfernte Verwandte aus verschiedenen Kontinenten und der Nachbarschaft zu dem Festival „i & i“ - Irritation und Inspiration - eingeladen. Die internationale Arbeit von Cactus in den vergangenen Jahren war der Grundstein für dieses globale Theaterlaboratorium. Neben den Aufführungen der sechs Gruppen arbeiteten die verschiedenen Regisseure mit Jungschauspielern in Workshops, deren Ergebnisse in zwei Abschluss-Perfomances flossen.

Aufführungskalender
Im Theater im Pumpenhaus:

So, 10.10.2004
Teatri Modern Po Po (Kosovo)
“KUR S’KA, A KA?!”
Eröffnungsveranstaltung & Showprogramm

Mo., 11.10.2004
The Youth Drama Society of Soweto (Südafrika)
„Untitled Synopsis”

Di., 12.10.2004
Cactus Junges Theater
„Balz”

Mi., 13.10.2004
Alarm Theater Bielefeld
„Orlando”

Do., 10.10
Irritation und Inspiration
„Gesprächsforum zum Festivalthema”

Fr., 15.10.2004
VZW Sering (Belgien)
„Newelwezens“

Sa., 16.10.2004
Rotterdams Wijtheater (Niederlande)
„Matties“ und Party

So., 17.10.2004
Cactus Junges Theater
„Café Soukous… oder die Magie der Möglichkeiten“

Sa., 23.10.2004
Aufführung der Workshopergebnisse
Anschließend Festival–Party

So., 24.10.2004
Abschlussveranstaltung
Brunch und Art, Aufführung der Workshopergebnisse

Schulvorstellungen:
12./14.10.2004
Teatri Modern Po Po (Kosovo)
“KUR S’KA, A KA?!” im Begegnungszentrum Coerde

13./15.10.2004
The Youth Drama Society of Soweto (Südafrika)
„Untitled Synopsis” in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums

Veranstaltungen der VHS:
Do., 07.10.2004
Wer Theater spielt, wird gut in Mathe
Vortrag: Enja Riegel, Wiesbaden

Mi., 03.11.2004
Theaterarbeit mit sozial auffälligen Jugendlichen
Workshop: Norbert Knitsch, Institut für Theaterpädagogik Ostfriesland

Mo., 15.11.2004
Wie entsteht ein Theaterstück für Jugendliche?
Vortrag: Lutz Hübner, Berlin

Gesprächsforen im Internationalen Zentrum der WWU „Die Brücke“.

Di., 19.10.2004
Heiner Rosendahl im Gespräch mit Resul Jusufi (Kosovo)

Mi., 21.10.2004
Richard Nawezi im Gespräch mit Peter Ngwenya (Südafrika)

Workshops
Workshop 1: „Wie kannst Du das, was hinter den Worten liegt, ausdrücken? Wie kannst Du Dich schützen vor illustrative acting?“
Leitung: Mia Grijp, Leiterin des VZW Sering, Belgien

Workshop 2: „African related theatre games, Afrikanische und europäische Theaterformen im Dialog.“
Leitung: Peter Ngwenya, künstlerischer Leiter der „Youth Drama Society“, Südafrika

Workshop 3: „Körper/Kommunikation/Skulptur“
Leitung: Resul Jusufi, künstlerischer Leiter des „Teatri Modern Po Po“, Kosovo

Workshop 4: „Schauspielen kann man lernen“ (Für Lehrerinnen und Lehrer)
Leitung: Peter van den Hurk, künstlerischer Leiter des Rotterdamer Wijktheater, Niederlande

Workshop 5: „Offenes Tanztraining, Braka“
Leitung: Richard Nawezi, kitunga.projekte

Gruppen & Presse

1) Teatri Modern Po Po (Kososvo)
“KUR S’KA, A KA?!” Regie: Resul Jusufi

„Wenn’s nicht hat, hat’s dann?!“ ist der Titel des pantomimischen Dramas zum Thema „Isolation in und von einer Gesellschaft“ auf dem Hintergrund der aktuellen kosovarischen Geschichte. Teatri Mordern Po Po wurde 1999 von Resul Jusufi gegründet.

In einem riesigen Zelt aus milchiger Folie proben „sechs Menschen wie verpuppte Larven den Ausbruch. […] Immer ungestümer, immer enthemmter, immer riskanter. […] Die archaische und eruptive Bewegungssprache, mit der sich die jugendlichen Darsteller die neue Welt und schließlich auch sich selbst entdecken, ließ das Pumpenhaus-Publikum jedoch nicht unberührt.“

WN, 12.10.2004
„Das weitgehend pantomimische Drama von Jugendlichen aus dem Kosovo startete am Sonntag sehr herausfordernd. […] Für die bewegende Inszenierung spendete das Publikum tosenden Applaus.“
MZ, 12.10.2004

2) The Youth Drama Society of Soweto (Südafrika)
„Untitled Synopsis” Regie: Peter Ngwenia

Ein Stück über AIDS und gegen die gefährlichen Mythen, die besonders in Südafrika mit dieser Krankheit verbunden sind, und über Gewalt in der Familie. Eine wahre Story aus dem Township. Ein junges Mädchen verliert ihre Eltern. Peter Ngwenya, Autor und Regisseur, hat dieses plakative Thema beeindruckend differenziert und sensibel inszeniert.

Die vier Darsteller überzeugten mit „sehr intensivem Spiel. Sie schufen so eine sehr raue Authentizität, die den für Europäer kaum nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen dem HIV-Infektionsrisiko und dem Bildungsniveau der schwarzen Unterschicht schonungslos aufdeckte.“ Die Themen AIDS und häusliche Gewalt „brachte Peter Ngwenya in gerade mal 48 Minuten so schnörkellos und direkt auf die Bühne, dass die Botschaft ankam.“
MZ, 12.10.2004

„Wenn Vater und Sohn tanzend ein gewonnenes Fußballspiel feiern und die Frauen Gospels singen, wird afrikanische Kultur zum Greifen nah. Man hat den Eindruck, durchs Schlüsselloch in eine andere Welt zu sehen, die nachvollziehbar ist.“
WDR 5 Scala, 12.10.2004

3) AlarmTheater Bielefeld (Deutschland)
„Orlando“ Regie: Dietlind Budde, Marion Maisenberg. Harald – Otto Schmid

„Orlando – die Wilden“ steht als Metapher dieser kraftvollen Inszenierung mit ehemals drogenabhängigen jungen Männern aus verschiedenen Kulturkreisen. Die Legenden um „Orlando“ werden spannend interpretiert – ein fulminantes sowie anrührendes Tanz- und Theaterschauspiel.

„Dass die sehr agilen jungen Männer in diesem facettenreichen Schurkenstück ihre brutalen Seiten ebenso selbstironisch konterkarieren wie ihre zarten, macht den ganz besonderen Reiz von ‚Orlando’ aus.“
WN, 15.10.2004

„Eine gefühlvolle, engagierte und spannende Inszenierung des AlarmTheaters, die trotz aller Brisanz erfrischend unbekümmert bleibt.“
MZ, 15.10.2004

4) VZW Sering (Belgien)
„Newelwezens“ Regie: Mia Grjip

Über die Sehnsucht nach Traum und Magie als Waffe gegen eine bedrohlich wirkende Wirklichkeit. Teenager proben eine Musicalperformance in einer Garage, und die Realität wird fantastischer als die Fantasie. Ihre Frage lautet: „Ist das hier wirklich … oder improvisieren wir noch?

Die gerade mal zwischen 5 und 19 Jahre alten Jugendlichen erfanden in ihrer Komödie „eine zauberhafte Welt aus Elfen, Hexen, Zauberern und Klabautermännern. Die flämische Sprache ist dabei kein Hindernis. […] Die nun entstehende Performance strotzt tatsächlich voll Einfallsreichtum. […] Am Ende verschwimmen die Grenzen zwischen Improvisation und Wirklichkeit. Gemeinsam findet man einen unterirdischen Zugang zum Reich der Elfen – oder in eine Welt, in der Träume wieder eine Rolle spielen. Zauberhaft!“
MZ, 18.10.2004

5) Rotterdams Wijktheater (Niederlande)
„Matties“ Regie: Hans Lein

Matties ist eine Performance über eine Gruppe, die sich entschließt, eine Party zu organisieren, um damit Geld zu verdienen. Was passiert dann? Wer sind unsere wirklichen Freunde? Eine Show mit Film, Breakdance und Rap-Music.

In Matties „spielen, tanzen und rappen 22 junge Darsteller aus einem kulturell sehr gemischten Vorort über Liebe, Vertrauen, Verantwortlichkeit, Träume und Geld.“
WN, 18.10.2004

„Videosequenzen, treibende Musik und halsbrecherische Tanzeinlagen unterstützen das Spiel des 15-köpfigen Ensembles und verwandeln die Aufführung in ein multimediales Spektakel, bei dem die einzelnen Darstellungsformen nicht nebeneinander herlaufen, sondern wirklich interagieren. Ein hitverdächtiger Titelsong, der auch prima als Zugabe taugt, rundet das Ganze ab.“
MZ, 18.10.2004

6) Workshop Performance
Regie: Peter Ngwenya, Resul Jusufi, Mia Grjip, Richard Nawezi

„Gute zwei Wochen haben sie nun miteinander verbracht, zusammen gewohnt, gespielt und gearbeitet: In Workshops hatten die Teilnehmer des Jugendtheaterfestivals „i & i“ aus Südafrika, dem Kosovo, den Niederlanden, Belgien und Deutschland die Möglichkeit, sich mit dem Festival-Leitgedanken ‚Irritation und Inspiration’ auseinander zu setzen. […] So kommt der Abend mit wenig Sprache aus. Ein Song wird zur Hymne, ein polyglottes ‚Hello’ findet seinen Widerhall im triumphierenden Siegesgebrüll des ungleichen Schwarms, der den Gemeinschaftsgedanken in sich entdeckt.“ Die Jugend ist „schwärmerisch und chaotisch, übermütig und ohrenbetäubend. Und das ist gut so, befand auch das Publikum im beinahe ausverkauften Pumpenhaus.“
WN, 25.10.2004

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