Eine Kooperation der Städtischen Bühnen mit Cactus Junges Theater: MaulSonstAuge

MaulSonstAuge

Ein Projekt mit Jugendlichen und Schauspielern über Gewalt


MaulSonstAuge
13 Jugendliche werden ab dem 11. Oktober im Kleinen Haus der Städtischen Bühnen, neben drei SchauspielerInnen, in der Inszenierung „MaulSonstAuge“ mitwirken.

Sie kommen aus Münster und Umgebung und haben über Cactus Junges Theater oder ein Casting ins Projekt gefunden – Jan, Emine, Rolando, Lina, Ari, Javaneh, Nana, Blerim, Roukaya, Mobarak, Eva, Ayuk und Natascha.

Was ist Gewalt? Welche Formen von Gewalt begegnen uns im Alltag? Wie entsteht Gewalt? Wann bin ich selbst gewalttätig? Was passiert, wenn man mir gewalttätig gegenübertritt? Welche Rolle spielt Angst? Kann Liebe Gewalt verhindern?
Viele Fragen, die sich das Team stellt. Es forscht nach Antworten und Anregungen und stößt dabei auf neue Fragen.
Die Regisseurin Barbara Wachendorff und ihr Team beschäftigen sich intensiv mit dem Thema „Gewalt“ und entwickeln gemeinsam mit den Darstellerinnen und Darstellern Situationen und Szenen. Die Biografien der Spielerinnen und Spieler sind dabei von besonderem Interesse, und ihre Geschichten, Ideen und Erfahrungen sollen im Stück eine Rolle spielen. Jeder spielt andere und spielt sich selbst.
Da ist ein Jugendlicher, der zum x-ten Mal in der Ausländerbehörde steht und mit den immer gleichen Sätzen vertröstet und zurückgewiesen wird – „Bitte warten Sie!“. Da fragt ein Mädchen laut: „Worauf soll ich denn warten?“ – und die Antwort bleibt aus. Die Jugendlichen erleben Desinteresse, Ignoranz, Unterdrückung, Hass und ganz viel Langeweile. Langeweile anderer und die eigene, die lähmt und die Hoffnung klein macht. Und doch halten sie sich fest an ihren Träumen, realistischen und solchen, die sie in eine andere Welt entführen.

Konzept und Regie: Barbara Wachendorff
Bühne: Christoph Rasche
Choreografie: Tamami Maemura
Künstlerische Mitarbeit und Schauspieltraining: Barbara Kemmler, Alban Renz
Dramaturgie: Ina Klose

Mit: Emine Demirdag, Roukaya Elhayeck, Javaneh Eslamboli, Nana Hdjan, Lina Hüging, Natascha Krawtschenko, Eva Schlösser, Carola von Seckendorff; Rolando Ardilles Garcia, Ayuk Bobga, Frank-Peter Dettmann, Arber Mucolli, Blerim Neziri, Mobarak Noor, Jan Platzke, Jonas Vietzke

Pressestimmen:
„Das Stück „MaulSonstAuge“ (…) dreht sich ganz um das Thema Gewalt. (…)
13 Jugendliche haben sich unter der Leitung von Barbara Wachendorff auf den Weg gemacht, künstlerische Ausdrucksformen für die eigenen Erfahrungen mit Gewalt zu finden. (…) Entstanden ist ein Stück, so facettenreich wie die Biografien der jungen Schauspieler, deren überwiegender Teil den so oft im Zusammenhang mit Gewalt zitierten Migrationshintergrund hatte. Wie dieser zu einem Klima häuslicher Gewalt umschlagen kann, wurde auf bedrückende Weise deutlich (…). Gewalt erleben Jugendliche auch in Form von Behördenwillkür und die Menschenwürde verletzenden Auswahlverfahren. Gemeinsam mit den Schauspielern Carola von Seckendorff, Frank-Peter Dettmann und Jonas Vietzke, die den etablierten Gegenpart der Jugendlichen übernahmen, fanden sie hierfür ausdrucksstarke Bilder. (…) Tanzend, singend und spielend fanden die Jugendlichen Formen für ein Thema, das uns alle angeht: Gewalt. Ihr Spiel war dabei zugleich ein Appell an den Zuschauer, nicht wegzusehen und sich damit mit den Tätern gemein zu machen.“
Westfälische Nachrichten, 13. Oktober 2008

„Plötzlich stürmen 13 Jugendliche nach vorn. Im willkürlichen Schlagabtausch von Glück und Unglück wechseln Raserei und Atmosphären, stehen die Bilder auf dem Kopf. (…) Die eigentliche Absurdität von Gewalt, ihre Tageslaune löst sich in artistischen Sprüngen und balletthaften Capoeira-Einlagen auf oder verdichtet sich in familiären Apokalypsen: „Mein Vater hat meine Mutter geschlagen und meinen kleinen Bruder aus dem Fenster geworfen.“ In plakativen Statements, lustvoll ausgetobten Streitereinen, in Schattenspiel, gesteppten Parodien und getrommelten Leitmotiven stürmen die 13 Jugendlichen über die Bühne. Eine wilde Menschenschlange, die sich häutet, indem sie „aus der Haut fährt“. Witz und Ironie verbürgen die darstellerische Authentizität, an der die Psychologie der Gewalt wahrnehmbar wird. (…) Ein toller Abend!“
Münstersche Zeitung, 13. Oktober 2008

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