08.06.2018: Tanztheater mit Tete Adehyemma Dance Theatre

Theaterbühne im Kreativ-Haus e.V., Diepenbrockstraße 28, Münster
Eintritt: 12,00 €, Ermäßigt 8,00 €

Das Tete Adehyemma Dance Theatre 20130616-fairCulture-Theaterfestival-Hannover-043-300x200

Tete Adehyemma heißt wörtlich übersetzt so viel wie „ehemalige Nachfahren der königlichen Stück der Gruppe aus GhanaFamilie“. Das „Tete Adehyemma Dance Theatre“ entstand 1996 in einem Community Youth Centre in Maamobi, einem Vorort von Accra, der Hauptstadt Ghanas. Entstanden ist dieses Community Centre 1990 in einem Pilotprojekt der „National Commission on Culture“, das von Frank Sam mit aufgebaut wurde. Ziel des Pilotprojektes war zum einen, die ghanaische Tradition des Trommelns und Tanzens vor allem bei Jugendlichen zu wahren. Zum anderen ging es in dem Pilotprogramm darum, auf die sozio-kulturellen Bedürfnisse von Jugendlichen vor allem in den ärmsten Stadtteilen einzugehen.
Frank Sam spürte schon sehr bald, dass Theaterarbeit sehr wohl soziale Veränderung bewirken kann, oder sie zumindest unterstützt. Für die Kinder und Jugendlichen war das Projekt in verschiedener Hinsicht wirksam: einerseits waren die Kulturarbeiter in dem Projekt echte Vorbilder. Sie entwickelten zudem mit ihnen die künstlerischen Talente, gaben ihnen Perspektiven und bewahrten sie vor dem Abrutschen ins kriminelle Milieu.

Mit dem „Tete Adehyemma Dance Theatre“ machte Frank zusammen mit seinem Bruder Ben den nächsten Schritt. Das Tanz-Theater-Projekt engagiert sich für die Erhaltung und die Weiterentwicklung des ghanaisch-afrikanischen Kulturerbes. Im Mittelpunkt der Arbeit steht aber das Bemühen mit der Verbindung von Theater und traditionellen musikalischen Elementen auf das soziale Elend der Menschen hinzuweisen und nach Lösungsansätzen zu suchen.

In der Gruppe sind fast alle ghanaischen Stämme durch die verschiedenen Trommler und TänzerInnen vertreten. Die Mitglieder haben zeitweise zusammen gelebt, so dass starke Verbindungen untereinander entstanden sind und ein intensives Gemeinschaftsgefühl geschaffen wurde.

Die Gruppe hatte es anfangs nicht leicht: es fehlte an finanziellen Mitteln, Kostümen und Requisiten. So mussten sie sich zunächst Kostüme vom Community Youth Centre für ihre Auftritte leihen. Accessoires und Schmuck bekamen sie zum Teil von ihren Müttern. Zudem wurden sie innerhalb ihrer Gemeinde zunächst dafür belächelt, dass sie sich mit traditionellem Tanz und Trommeln beschäftigten.Stück der Gruppe aus Ghana

Zunächst wandte sich die Gruppe an bekanntere Tanzensembles und nahm an Wettbewerben teil, um an Auftrittsmöglichkeiten zu kommen und ihr Talent unter Beweis zu stellen. Heute ist das Ensemble überall in Ghana bekannt und berühmt und nimmt an großen Festivals teil, wie beispielsweise den Ghana Music Awards, Miss Ghana und 24th Night mit Kojo Antwi.

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist heute, mit Jugendlichen zu wichtigen gesellschaftlichen Problemen Stücke zu entwickeln, entweder in einem Community Centre oder auch in Schulen. Immer wieder werden die Mitglieder des Ensembles von NRO in Schulen geschickt, um dort gerade aktuelle Probleme zu bearbeiten. So sind auch das Stück „By the road“ oder Szenen zum Thema „Wasser“ entstanden.

Stück: BY THE ROAD | Tete Adehyemma Dance Theatre

Baafi hat zwar eine abgeschlossene Grundbildung, aber er kommt aus einer armen Familie in einem der ärmsten Vororte der ghanaischen Hauptstadt Accra. Für ihn heißt das: zuhause gibt es keine Perspektiven, seine Zukunft liegt in Europa. Sein Traum ist es, dort zu Arbeiten und Geld zu verdienen.

Um genug Geld für seine Ausreise zu verdienen, arbeitet Baafi lange Zeit als Schuhputzer in den Straßen von Accra. Tatsächlich hat er eines Tages genug Geld durch diese Arbeit verdient. Er kann sich einen Pass sowie ein Ticket für die Überfahrt von Marokko nach Spanien in einem illegalen Boot leisten und macht sich auf den Weg.

road_blogAber das Glück ist nicht auf seiner Seite. Er schafft es zwar sich bis nach Marokko durchzuschlagen, aber kurz nach dem Ablegen des Bootes in Richtung Spanien werden alle illegalen Einwanderer von der marokkanischen Küstenwache verhaftet. Baafi muss vor Gericht und wird zu fünf Jahren Gefängnisstrafe verurteilt.

Nachdem er diese abgesessen hat, wird er in sein Heimatland abgeschoben. Dort sind in der Zwischenzeit viele seiner ehemaligen Freund und Kollegen zu einem einträglichen Job gekommen. Baafi verliert den Glauben an sich und sein Leben. Er wird drogenabhängig und rutscht in die kriminelle Szene ab, wo er von der seiner Gemeinde ausgeschlossen lebt.