WN: 02.07.2014 Paulinum fährt zu Gauck

Theater-Projekt „Hölle und Himmel!“ ist für den Hauptpreis „Kinder zum Olymp“ nominiert

Von Gerhard H. Kock
Münster – „Überwältigend war am Ende die Größe und Intensität des Projektes, die alle Kinder, Lehrer, Eltern und schließlich auch Zuschauern in ihren Bann zog. Dieser Prozess warf seine Reflexe auf den gesamten Schulbetrieb.“ Das Kooperationsprojekt „Hölle und Himmel?“ am Gymnasium Paulinum hat auch die Jury der „Kulturstiftung der Länder“ überzeugt – und hat beim 10. Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ gewonnen.

675 Projekte standen zur Auswahl. Das münstersche Gymnasium und seine Kooperations-partner, das Junge Theater Cactus und die Geistschule, gehören nicht nur zu den 28 mit 1000 Euro ausgezeichneten Mitbewerbern. Das Paulinum darf sich als eines von sechs für den Hauptpreis nominierten auch Hoffnung auf die 5000 Euro machen. Ob sie gewonnen haben, erfahren die Beteiligten aber erst an 19. September vom Bundespräsidenten Joachim Gauck.

„Mit hoffentlich 20 Leuten fahren wir nach Berlin.“ Margarete Sandhäger

„Mit hoffentlich 20 Leuten fahren wir nach Berlin“, freut sich Margarete Sandhäger als eine der vielen Organisatoren. „Am Abend vorher gehen wir dann durchs Brandenburger Tor, am Freitag um 12 Uhr in die Philharmonie, und dann wird unser Projekt in einem fünfminütigen Film vorgestellt.“ Für das Paulinum ist es nicht die erste Nominierung. Bereits 2012 erhielt die Schule für das Projekt „Third Class Titanick“ einen ersten Preis und errang sogar den Hauptpreis bei „Kinder zum Olymp“. Das gewonnene Geld (egal wie viel es wird), soll sinnvoll eingesetzt werden. Sandhäger: „Das stecken wir in das nächste Projekt.“ Die Idee ist schon da. „Bunker-Projekt“ lautet der Arbeitstitel. Es wird den Luftschutzbunker unter dem Gymnasium in den Mittelpunkt stellen.

An Hölle oder Himmel?“ waren ungefähr 400 Schüler, mehrere Chöre und elf Lehrer beteiligt, von den Eltern ganz zu schweigen. Die Besonderheit war, dass nicht nur die Bereiche Musik, Theater und Kunst eingebunden waren, sondern auch die Chemie. Die sorgte für pyrotechnisches Höllenfeuer und zauberte himmlischen Nebel in die Halle.

Komplett aufgeführt wird das Stück nicht mehr. Aber immerhin werden Teile daraus beim Domweihfest am 26. September zu sehen sein. „Das ist cool“, freut sich Sandhäger. Die Aufführung beginne mit der Kafka-Szene im Dom-Paradies, dann wird im Hauptgebäude das Händel-„Halleluja“ in der Bearbeitung von Quincy Jones zu hören sein. Danach geht’s weiter im Kreuzgang, im Chor treffen die Pauliner auf andere Chöre und singen das hebräische Lied „Bashana Haba’ah“. Ferner wird etwas aus Faurés Requiem zu hören sein, auch „Paradise“ von Coldplay wird erklingen.

hoelle oder himmelIm Himmel singt es sich am schönsten: Der Chor unter Leitung Margarete Sandhäger macht die Turnhalle zum Konzertsaal.