WN: 05.02.2013 Von der Kunst, komisch zu sein

„Cactus“ produziert eine Komödie

Von Gerhard H. Kock
Münster – Gelacht wurde bei Cactus-Produktionen immer mal – trotz ernster Themen. In der neusten Produktion aber steht das Lachen im Vordergrund. „Wer zuletzt lacht, macht das Licht aus“ heißt das Stück, das Barbara Kemmler mit Jugendlichen erarbeitet hat. Und die Regisseurin gibt gleich die Humor-Richtung vor: „Lachen über das, was weh tut“.

Das neunköpfige interkulturelle Ensemble hat sich mit einem Team um Kemmler damit beschäftigt, wie schwierig es ist, komisch zu sein. Entstanden ist eine Mischung aus Stand-up-Comedy und Theater. Die Inszenierung besteht aus zwei Akten: dem Prolog und der Show. Aus den Texten der Jugendlichen haben Poetry-Slammer und Kabarettisten wie Christoph Tiemann, Marian Heuser und Lennart Knebel die Theater-Textvorlage erarbeitet, die sich die Jugendlichen dann wieder aneignen mussten. Ausgangspunkt waren Dinge, die Jungen und Mädchen nicht ausstehen können, die sie wirklich aufregen. Daraus wurden Witze entwickelt.

Die Rahmengeschichte ist die: Emmanuel weiß, dass er ein cooler Typ ist. Und er weiß, dass Männer, die Frauen zum Lachen bringen, bessere Chancen haben. Doch er will nicht nur Witzchen machen, sondern zugleich einen Comedy-Club gründen. Der Prolog erzählt als Minikomödie, wie sich die Jugendlichen für den Club zusammenfinden und wie Emmanuel versucht, den Hühnerhaufen zusammenzuhalten, bei dem ständig jemand zu spät kommt oder mehr auf Schokokekse als auf Witze fixiert ist.

Und es gibt eine Power-Moderatorin, die singt und Witze über Minderheiten wie Nicht-so-groß-Gewachsene, Nicht-Hundehalter und Schlecht-Deutsch-Sprecher macht. Und einen Störer, der unangekündigt als Joker mit bizarren Minus-Witzen hereingrätscht. Schauspieler Carsten Bender wird als anarchistisches Kind den Clown geben – und stets wieder verscheucht werden. Denn Emmanuel will ja ernsthaft Comedy machen. Kemmler dazu: „Jede Nummer ist anders. Es wird sehr abwechslungsreich.“

Die Premiere ist am 12. Februar um 20 Uhr im Pumpenhaus, Gartenstr. 123.
Weitere Vorstellungen folgen 13., 14. (mit Gebärden-Sprachdolmetscher), 15. und 16. Februar. Karten (12 / 7 Euro) gibt es beim Pumpenhaus unter 0251/233443
wer zuletzt lacht
Das Junge Theater Cactus
gründet in seiner neusten Produktion einen eigenen Comedy-Club – mit all den lustigen Widrigkeiten, die dazugehören.

Foto: Ralf Emmerich