WN: 30.04.2019 Eine Stadt im Tanzfieber

“Jeder kann tanzen”, sagt Nicoletta Gikas vom Verein “Tanzwerk”, der die Vorführungen auf öffentlichen Plätzen organisiert hatte. 24 Gruppen, fast alle aus Münster, waren dem Aufruf des Vereins über das Internet gefolgt, mitzumachen, “um den Tanz nach draußen, in den öffentlichen Raum zu holen”, wie Gikas erklärt. Modern Dance war dabei, internationale Folklore, Tanztheater, Improvisationstanz, Scottisch Dance und Hip-Hop.
“Die Idee für den Tanztag in Münster stammt von Günther Rebel”, erklärt für den Verein Renate Rittmeyer-Müller den Zuschauern an der Engelenschanze. Das “Motiv” des Tanzlehrers aus Münster habe darin bestanden, “den Tanz auf der Straße zu bringen und die Leute vielleicht auch ins Theater zu holen”.
2011 fand die erste Veranstaltung im Theater Pumpenhaus statt, seit 2012 führt jährlich der “Parcours” durch die City, um Zuschauer für Kultur und Tanz zu begeistern, so Gikas im Interview mit Carolin Schumacher.
Als professionellen Gast hatte “Tanzwerk” den Leipziger Choreograph Wagner Moreira engagiert – er brachte Profi-Tänzer mit, die erste Tanztheater-Improvisationen boten und dann zu leichteren Bewegungen Erwachsene und Kinder auf dem Rasen zu Mitmachen ermutigten. Fließend übernahmen Mädchen und Jungen von “TanzRaum Münster” zu Musik aus dem Musical-Film “Mary Poppins” mit “Fantasie-Tanz”, wie es hieß. Kate Bushs “Dreams of Sheep” wählten “Resiliency in Dance” alias Yolanda Bertolaso und Tamara Ludwig als Hintergrund für Improvisations-Tanz.
“Wir haben nie zusammen geprobt. Aber es klappt”, sagt Gikas zufrieden. Am Samstag musste eine Aufführung mit Moreira und Tänzern am Aasse wegen Hagels abgebrochen werden. Am Montag spielten Wetter und Publikum besser mit. Manche zogen mit zum nächsten Platz, wo wiederum andere Passanten hinzukamen.